Was ist Stress?

Stress ist inzwischen zu einem festen Bestandteil unserer Alltagssprache geworden. Die einen beschreiben es als "Würze des Lebens" die andere als "Risikofaktor Nummer 1" für die Entstehung von Zivilisationskrankheiten wie z.B. Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Was macht hier den Unterschied? - Stress versetzt unseren Körper in Leistungsbereitschaft. Das heißt Stress macht uns zuerst einmal leistungsfähig. Der Körper reagiert mit

  • Vorspannung der Skelettmuskulatur
  • Puls- und Blutdruckanstieg
  • Anstieg des Blutzucker- und Fettspiegels
  • Zunahme der Atemfrequenz und -tiefe
  • Minderdurchblutung der Haut und der Verdauungsorgane
  • Reduzierung der Immunabwehr
  • Reduzierung der Sexualfunktion
  • Zunahme der Blutgerinnungsfähigkeit

Eine ganz archaische Reaktion also. Wie vor Urzeiten macht sich unser Körper bereit wie auf einen Angriff von außen (feindliche Stämme, Bedrohung durch Tiere etc.) zu reagieren. Der Körper stellt sich also auf eine körperliche Aktivität ein. Diese prophylaktisch mobilisierte Energie können wir aber heutzutage in unserem Alltag, z.B. im Büroalltag nicht komplett abbauen. - Bis zu einer bestimmten Schwelle ist dies leistungsfördernd und wird als "Eu-stress" (positiver Stress) bezeichnet. Wird diese Schwelle, die individuell unterschiedlich ist, allerdings überschritten, dann wirkt der Stress leistungshemmend und wird als "Di-stress" (negativer Stress) bezeichnet.

Es sind individuell unterschiedliche Stressoren aus dem privaten und beruflichen Bereich, die diese Stressreaktionen auslösen. Stressoren können z.B. sein:

  • äußere Faktoren: Hitze, Kälte, Lärm, schlechte Luft (Raucher), Platzangst durch zu enge Raumkonstellationen oder zu viele Personen auf engstem Raum, Verkehrssituationen, Arbeitsplatzbedingungen etc.
  • tägl. Reibereien: Zeithektik, Wartezeiten, berufliche und familiäre Probleme, LebenskrisenEreignisse: Krankheit, Operationen, Tod eines Familienangehörigen oder Freundes, Scheidung, Pensionsschock etc.
  • zu hohe Ansprüche: Nicht-Erfüllung kann Angst, Frust und Depression hervorrufen

Dabei kommt es vor allem auf die individuelle Bewertung dieser Stressoren an. Manche können sich trotz Umgebungseinflüssen wie z.B. Lärm sehr gut konzentrieren, andere dagegen können so gut wie gar keinen klaren Gedanken fassen. - Stressreaktionen des Körpers lassen sich oft gar nicht vermeiden. Es kommt aber darauf an, wie man gelernt hat, damit mental umzugehen und, dass man dem Körper immer wieder Erholungsphasen gibt, um die unweigerlich ablaufenden biologischen Prozesse zu verarbeiten.