Bewegungsmangel wird zwischenzeitlich von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als einer der Hauptrisikofaktoren für die Entstehung von Zivilisationskrankheiten gesehen. Dieser Mangel ist gekennzeichnet durch eine Unterforderung des Organismus, der aber zur Gesunderhaltung ein gewisses Mindestmaß an Belastungsreizen bzw. einen Mindestkalorienverbrauch durch Bewegung benötigt. Bewegungsmangel steht dabei schon jetzt in einer Reihe mit den anderen wesentlichen sogenannten externen Risikofaktoren wie Stress, Rauchen, Fehlernährung und Übergewicht. Komplettiert wird die bedrohliche Phalanx durch schon ausgeprägte Krankheitsformen, die internen Risikofaktoren Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes etc.
Zunehmende Technisierung und Automatisierung im Berufsleben und im Freizeitbereich tun ein Übriges. Der Kalorienverbrauch im letzten Jahrhundert ist drastisch zurückgegangen: Allein von 1950 bis 1990 ist bei männlichen Personen eine Reduzierung von 400, bei weiblichen um 300 kcal zu verzeichnen. "In der ca. 4.4 Mio. Jahre alten Menschheitsgeschichte stellen die heute lebenden Menschen die erste Generation dar, welche bei der Bewältigung ihrer Berufs- und Privataufgaben so geringe Energiemengen verbraucht, dass biologischen Mindestanforderungen nicht mehr genügt wird", so Prof. Dr. Wildor Hollmann, Ehrenpräsident des Weltverbandes für Sportmedizin und der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention.



